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Ralf Trepkowski von der EMS PLUS im Interview


veröffentlicht am 26.02.2016 von Thea Seifert


Schonung der Umwelt und Erhaltung der Ressourcen sind die wesentlichen Ziele der EMS PLUS Energie eG. Die Genossenschaft wurde 2011 gegründet und strebt seitdem eine dezentrale sowie konzernunabhängige, nachhaltige Energieerzeugung an. Vorsitzender der Bürgerenergiegenossenschaft ist Ralf Trepkowski. Wir haben ihn um ein Gespräch gebeten.
 
  • Herr Trepkowski, wie kommt es, dass Sie sich für erneuerbare Energien interessieren?
    Ralf Trepkowski: Mit dem eigenen Hausbau vor einigen Jahren beschäftigte ich mich erstmals mit der Frage nachhaltiger Energietechnik. Mit einem Kernkraftwerk in Sichtweite und als Familienvater wurde schnell klar, dass man selbst aktiv werden muss, um Veränderungen zu bewirken.
  • Inwieweit trägt das Projekt Bürgersolaranlage Ahlde dazu bei, eine verlässliche und nachhaltige Energieversorgung sicherzustellen?
    Ralf Trepkowski: Die Photovoltaikanlage in Ahlde ist ein kleiner Pflasterstein auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung, auch wenn zur bis Verlässlichkeit noch weitere, größere Steine, wie z.B. die Speichertechnologie, hinzukommen müssen. Die Anlage mit der Endabnahme vor Ort entlastet die Netze und bewirkt, dass ein konventionelles Kraftwerk ein kleines Bisschen weniger schädliche Emissionen produziert.
     
  • Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken und Chancen des Projekts?
    Ralf Trepkowski: In der Regionalität und in der Nähe zur familiären Landwirtschaft sehen wir wichtige Faktoren für eine Verankerung der Energiewende im ländlichen Raum, speziell hier im südlichen Emsland. Die Region wurdebisher von den großen Versorgern geprägt und die Haltung der Bürgerinnen und Bürger zur Energiewende war bisher konservativ zurückhaltend, auch wenn hier überdurchschnittlich viele Windkraft, Photovoltaik- und Biomassekraftwerke entstanden sind.
     
  • Welche Herausforderungen bringt die Bürgersolaranlage für die Genossenschaft?
    Ralf Trepkowski: Die Herausforderungen an den Betrieb der Photovoltaikanlage sind glücklicherweise eher überschaubar. Selbstverständlich sind die tägliche Leistungsüberwachung und regelmäßige Technikchecks unerlässlich.
     
  • Mit der Bürgersolaranlage Ahlde in Emsbüren geht die EMS PLUS Energie eG mit gutem Beispiel voran. Gibt es schon Pläne für weitere Projekte in der Region?
    Ralf Trepkowski: Mehrere weitere Projekte sind in der Planungsphase. So ist die Beteiligung an einer Windkraftanlage in Planung und es werden zur Zeit Gespräche mit weiteren landwirtschaftlichen Betrieben geführt, für die das Modell Ahlde mit Bezug des Stroms aus unserer Anlage attraktiv ist und die ihre Dachflächen zur Verfügung stellen möchten.
     
  • Abschließend möchten wir Sie bitten, ein Zukunftsszenario zu kreieren: Deutschland 2030 – wie weit werden wir bis dahin im Bereich der erneuerbaren Energien sein?
    Ralf Trepkowski: In 2030 werden die Erneuerbaren Energien gesellschaftlich eine breite Akzeptanz erreicht haben. Für die dann ins Berufs- und Familienleben eintretenden jungen Menschen wird sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Energiewende angesichts globaler Klimaveränderungen nicht mehr stellen. Andere Länder werden unserem Beispiel gefolgt sein. Mit dem Blick auf den Abrissbagger am Kernkraftwerk wird allen klar werden, dass Erneuerbare Energien und Erdgaskraftwerke ohne Kohle und Atom für Versorgungssicherheit für wirtschaftlichen Wohlstand sorgen.
 
Vielen Dank für dieses Interview!


 
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Kreditlaufzeit beschreibt die Dauer des Umweltkredits. Unter Umständen gibt es verschiedene Laufzeiten zwischen denen der Kreditgeber wählen kann.


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