Aktuelles

Marlene Gruber von der WASO Energie GmbH & Co. KG im Interview


veröffentlicht am 06.10.2015 von Lisa Reinhardt


Marlene Gruber hat an der Universität Regensburg BWL studiert und engagierte sich bereits während ihres Studiums im Bereich Marketing bei der WASO Energie GmbH & Co. KG. Seit Anfang des Jahres promoviert sie nun zum Thema „Wirtschaftlichkeit eines kommunalen Lastmanagements mit Einsatz von Smart Energy-Technologien“. Seit Mitte des Jahres ist Frau Gruber Gesellschafterin der WASO Energie in Neustadt an der Donau. Wir haben sie zu einem Interview gebeten.
 
  • Wie kommt es, dass Sie sich so für erneuerbare Energien interessieren?
    Bevor ich mich beruflich mit erneuerbaren Energien beschäftigt habe, habe ich an der Universität Regensburg BWL studiert. Ein tolles Fach, das mir viel Spaß gemacht hat, im Bereich der Nachhaltigkeit aber zu kurzfristig agiert. Der Grundsatz „Ein Euro heute ist mehr wert als ein Euro morgen“ verdeutlicht das ganz besonders. Die Wertschätzung unserer Natur gegenüber und ihr Erhalt für die Generationen nach uns sind Werte, die meine Eltern immer vertreten haben. Sie haben mich sehr geprägt und dafür will ich mich einsetzen – auf eine rationale Art und Weise. So bin ich zu der Kombination aus Wirtschaft und Naturwissenschaft gekommen.
  • Ihre Tätigkeit ist für Sie also nicht nur ein Job, sondern eine Herzensangelegenheit?
    Definitiv. Allerdings droht im Alltag oftmals die Gefahr, die eigenen Wertvorstellungen und den Ursprung der Tätigkeit aus den Augen zu verlieren. Der Wettbewerb ist auch im „grünen“ Sektor der Erneuerbaren Energien hart und da muss man sich schon immer wieder ermahnen, den Leitlinien treu zu bleiben. Und hin und wieder auch akzeptieren, dass man etwas (noch) nicht leisten kann, dass man sich eigentlich vorgenommen hat.
     
  • Neustadt an der Donau geht mit dem bereits installierten Bürgerwärmenetz mit gutem Beispiel voran. Welche Entwicklungen können Sie sich zukünftig für Ihre Stadt vorstellen?
    Aus meiner Sicht ist die Nutzung der Abwärme aus der Bayernoil Raffinerie ein zentrales Zukunftsthema. Bisher wird die anfallende Wärme künstlich weggekühlt und heizt so unnötig unsere Umwelt – unter anderem die nahe gelegene Donau. Wertvolle Ressourcen einzusetzen, um die Stadt Neustadt zu beheizen, anstatt die Abwärme aus den bestehenden Industrieanlagen zu nutzen, halte ich für einen großen Missstand, der in den kommenden Jahren behoben werden muss.
     
  • Zum Abschluss dieses Interviews möchten wir Sie noch bitten für uns einmal ein Zukunftsszenario zu kreieren: Deutschland 2030 – wie weit werden wir bis dahin im Bereich der erneuerbaren Energien sein?
    Wenn wir die Vorgaben der deutschen Bundesregierung erfüllen, liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien im Jahr 2030 am Endenergieverbrauch dann bei 30 %, im Stromsektor sogar bei 50 %. Das ist ein Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren dürfen und mit dem viele neue Fragestellungen einhergehen. In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema Lastmanagement, bei dem es um die intelligente Steuerung und Vernetzung von Energieerzeugung, -speicherung und –verbrauch geht. Vor allem die Kombination aus Strom- und Wärmeerzeugung wird da auch eine große Rolle spielen. Die Forschung in diesem Bereich schreitet voran, letztendlich wird es aber an der Gesellschaft und der Politik liegen, die richtigen Rahmenbedingungen für das Gelingen der Energiewende zu schaffen. Und da sind wir alle gefragt!
 
Vielen Dank für dieses Interview!


 
Zurück
 

Sie haben Fragen?

069 / 2547 413 55

Glossar

Nachrangdarlehen

Als Nachrangdarlehen werden Darlehen bezeichnet, die erst nach der Bedienung anderer Gläubiger, wie z.B. Banken oder Lieferanten, bedient werden. Bei Umweltkrediten handelt es sich aus rechtlichen Gründen ausschließlich um solche Nachrangdarlehen.


Alle Begriffe

Newsletter-Anmeldung